Früh morgens, noch vor sechs Uhr, ziehen die ersehnten, ersten Eisberge an unserem Balkon vorbei. Sekundenbruchteile später sind wir auf den Beinen. Strahlend blauer Himmel und tiefblaues Wasser setzen einen berauschenden Kontrast zu dem im Eismeer glitzernden Weiss. Pinguine tauchen auf und unter. Sie scheinen uns zu verfolgen. Robben sonnen sich auf den imposanten, an uns vorbeiziehenden Eisschollen. Tränen der Dankbarkeit und Bewunderung lassen uns die Augen überlaufen. Überwältigt nehmen wir diese Eindrücke von unberührter Natur, die sich vor unseren Augen auftut, tief in uns auf.


Rund 36 Stunden sind vergangen, seit wir auf der MS Fridtjof Nansen in Ushuaia abgelegt haben. Während der Passage im Beagle Kanal von und nach Ushuaia sehen wir, grösstenteils vom Whirlpool aus, Magellan Pinguine, flinke Schwarzdelphine und prächtige Landschaften. Die haushohen Wellen (12 – 15 Meter) der Drake Passage geraten in Vergessenheit ob der eisigen Szenerie, die uns voll und ganz in ihren Bann zieht. Bis zu 88 Knoten (163 km/h) Windstärke sind Vergangenheit. Der antarktische Sommer ist herrlich. Geräuschlos gleitet das Schiff der HX Hurtigruten Expeditions mit rund 400 Gästen an Bord durch das Weddellmeer Richtung Yalour Islands. Der siebte Kontinent – eines der beiden Polargebiete – ist um die Fläche von Argentinien (2.7 Mio. km2) grösser als Europa. Sechs Tage verbringen wir am Südpol, erkunden Buchten und Inseln, beobachten Pinguine, Robben und Wale. Mehrheitlich Finn- und Buckelwale, sowie einige Sei- und Zwergwale kreuzen unsere Gewässer – oder vielmehr: wir kreuzen wir in ihren Gewässern.

In einem der drei Bordrestaurants, beim Abendessen, ruft ein Gast: «Thar she blows» und lässt uns im alten Walfängerjargon (Wal in Sicht) wissen, dass durch die Fensterscheiben der Atemstoss eines Buckelwals auszumachen ist – nein, gleich mehrerer Artgenossen. Am ersten Tag sind alle aufgesprungen, welche keinen Fensterplatz ergattern konnten. An den folgenden Abenden bemerken wir regelmässig und etwas unaufgeregter die vielen Atemstösse der Tiere draussen, erfreuen uns daran von Walen umgeben zu sein und speichern das Spektakel auf unsere organischen Festplatten, um später mit einem ungetrübten Grinsen im Gesicht glückselig einzuschlafen.

Eine zauberhafte Nacht in der Antarktis
Das Los entscheidet, welche der Gäste, die sich um eine Nacht im Zelt bewerben, dieses einzigartige Erlebnis erfahren können. Wir haben Glück und verbringen eine Nacht im Expeditionszelt – nur durch eine dünne Zeltwand von den Elementen abgeschirmt. Wir nutzen die spezielle Ausrüstung, um die Nacht im Stile früherer Entdecker unter dem Sternenhimmel der Dorian Bay zu verbringen. Natürlich wagen wir uns nachts nach draussen, um die Chance zu nutzen, uns einmal im Leben wie ein waschechter Polarforscher zu fühlen. Obwohl Amundsen, Scott und Nordenskjold unterschiedliche Ausrüstungen hatten, verband sie eine Gemeinsamkeit: Sie alle verwendeten die beste Ausstattung, die zu ihrer Zeit verfügbar war. Wir machen es heutzutage nicht anders. Bei diesem Ausflug kommt eine erstklassige Campingausrüstung zum Einsatz, die den antarktischen Standards für Schneecamping entspricht. Wir bauen unser Zelt selbst auf.

Von Anfang bis Ende. Nach der Einrichtung des Camps können wir entweder schlafen gehen oder noch draussen sitzen, die Ruhe geniessen, den Pinguinen in der Ferne lauschen und das Eis knistern hören. Meine Tochter wagt ganz alleine eine kurze Wanderung zu nahegelegenen Aussichtspunkten und besucht in der hellen Nacht der Antarktis Pinguinkolonien. Wir schlafen in unseren «Odlo TCS warm Base Layern» aus reiner Merino Wolle. Zusammen mit dem Schlafsack, welcher auf Matten und einer aufblasbaren Unterlage liegt, nächtigen wir in wollig warmer Umhüllung. Ich bin überrascht, wie unerwartet warm die Nacht für mich ist – meine Begleiterin hingegen braucht zusätzlich warme Kleider. Als Mitglied der IAATO hält sich HX Expeditions an alle Richtlinien für «Onshore-Übernachtungen» in der Antarktis. Wir lassen nichts zurück und entfernen alle Spuren unseres Aufenthaltes, um die Tierwelt und die fragile Umwelt zu schützen. Welch ein Erlebnis.
Das Schiff
Das 2020 erstmals zu Wasser gelassene Motorschiff (MS) Fridtjof Nansen misst 140 Meter und bietet maximal 490 Passagieren in 264 Kojen Platz. Das Expeditionsschiff der Polarklasse 6 mit Axtbug wird durch einen Hybridantrieb, einer Kombination aus dieselelektrischem und reinem Elektroantrieb – gespeist aus Akkumulatoren – betrieben. Im Schiffsbauch erkennen wir zuverlässige Triebwerke von Rolls-Royce. Wir erachten die überschaubare Grösse des MS und die Vielseitigkeit der Ausrüstung als ideal für Expeditionsreisen.


Drei unterschiedliche Restaurants stehen uns Passagieren zur Verfügung. Im Selbstbedienungs-Restaurant Aune finden wir ein grosszügiges Buffet, welches eine vielseitige Auswahl an Speisen für Frühstück, Mittagessen und Dinner bereithält. In entspannter Lounge Atmosphäre bietet das Fredheim täglich ab 12 Uhr Fingerfood – vom Steak bis zu Dumplings – um vor Ort oder als Take-away verzehrt zu werden. Hier geniessen wir einen leckeren Milchshake als Nachspeise. Das Essen im Restaurant Lindstrøm ist für Suitengäste inbegriffen. Gäste, die keine Suite gebucht haben, können gegen Aufpreis Mittag- und Abendessen in diesem ruhigen Ambiente verbringen. Unsere Lebensmittelunverträglichkeiten wurden vom emsigen Servier- und Küchenpersonal zuverlässig berücksichtigt. Vom Rinderfilet zur Königskrabbe und vom Edelfisch zum Lamm. Alles findet seinen Weg auf unsere Teller – meist in hervorragender Qualität und Zubereitung. Um das zarte Fleisch noch besser geniessen zu können, wären scharfe Steakmesser wünschenswert. Das mehrheitlich aus den Philippinen stammende Personal spricht uns täglich mit unseren Namen an. Vorlieben werden gespeichert und bald werden unsere liebsten Getränke flink aufgetischt.
Kabinen
Unsere ME-Suite mit Balkon ist grosszügig bemessen. Das Doppelbett kann rasch zu zwei Einzelbetten umgebaut werden. Ein TV-Gerät mit einem deutschen Sender ist vorhanden, wir nutzen dieses jedoch mehrheitlich zur Positionskontrolle oder für Vorträge, falls wir nicht im Science Center live dabei sein wollen. Zwei bequeme Sessel sowie ein Couchtisch bereichern die Suite. In der Kabine befindet sich zusätzlich ein Sideboard mit integrierter Schreibunterlage, einem Wasserkocher, einer Kaffeekapselmaschine, mit der Minibar und fünf Flaschen Wein, welche kostenlos zur Verfügung stehen. Unverständlicherweise wird

die Minibar nicht kostenlos aufgefüllt, obwohl an Bord in allen Restaurants und Bars sämtliche Getränke kostenlos serviert werden. Wir finden sehr viele Möglichkeiten, um unsere Kleider und Ausrüstungsgegenstände zu verstauen. Der Walk-In Kleiderschrank ist vor dem Badzimmer platziert. Ideal. Auf dem grossen Balkon stehen zwei Stühle samt Beistelltisch. Ein Badzimmer mit breiter Duschkabine und einem Lavabo vermittelt grosszügige Harmonie: eine Vielzahl an Ablagemöglichkeiten, unzählige Schubladen, ein Makeup Spiegel und Fussbodenheizung. Wir vermissen Wattestäbchen und -pads. Abends packen wir unsere getragenen Kleider in den Wäschesack und finden diese tags darauf kostenlos gewaschen und gebügelt wieder in unserem Kleiderschrank. Wow. Die Queen Size Betten sind bequem, trotzdem erwarten wir in einer Suite den Komfort von einem 180 Zentimeter breiten Bett. Ausreichend Platz ist vorhanden. Auf dem Balkon verbringen wir unzählige Stunden, indem wir die vorbeiziehenden Landschaften und Tiere beobachten und uns mit denselben anzufreunden scheinen. Nebst unserer Suite stehen fünf weitere, grössere (bis 48m2) Suiten zur Auswahl, dazu Arktis- und Polar-Kabinen – allesamt Aussenkabinen ab 18m2, verteilt auf fünf Decks.

Wer tief in die faszinierende Welt der Antarktis eintauchen möchte, kann im bordeigenen Science Center spannende Entdeckungen machen – mit einer Vielzahl an Büchern, Karten und Mikroskopen oder bei informativen Vorträgen von Historikern, Biologinnen und Personen des Forschungsteams. Wer die Natur lieber hautnah erlebt, findet auf den Aussendecks den perfekten Platz. Hier laden erfahrene Naturforscher regelmässig zum gemeinsamen «Wildlife-Watching» ein und teilen ihr Wissen über die einzigartige Tierwelt der Antarktis. Cool.
Die Explorer Lounge & Bar, der Fitnessraum, zwei Whirlpools und ein Infinity Pool auf Achtern, sowie Sauna und Spa mit herrlichem, direktem Ausblick auf die Natur, tragen dazu bei, dass wir uns pudelwohl fühlen. Hunde sind an Bord nicht erlaubt. Wir kommen in den Genuss von Anwendungen, welche von fachkundigen Händen während 25 oder 50 Minuten ausgeführt werden. Entspannung pur. Wer abends den täglichen Erlebnissen lauschen oder sein Wissen auffrischen möchte, findet jederzeit Gleichgesinnte, sofern man Englisch oder Deutsch spricht. Englisch ist die Bordsprache. Auf dem Ganzen Schiff herrscht Rauchverbot, ausser in der Raucherecke, welche just neben der Pool Area eingerichtet wurde. So kann es passieren, dass ich als überzeugter Nichtraucher frühmorgens im Jacuzzi liege – die frischeste «Polarluft», welche ich je eingeatmet habe, geniesse – und durch vorbeiziehende Rauchschwaden von diesem erhabenen Gefühl jäh in die getrübte Realität zurückgeholt werde.

Zuoberst, auf dem Observation Deck befindet sich ein «Running Track», das «Outdoor Gym» und entsprechende Aussichtspunkte für den besten Überblick auf der MS Fridtjof Nansen.
Aktivitäten

Fünf Tage verbringen wir in der Antarktis, zweimal täglich verlassen wir unser Schiff jeweils für eine Anlandung oder eine Zodiac-Ausfahrt. Eine Ausfahrt im Kajak oder Schneeschuhlaufen wird angesichts des grossen Interesses durch das Los entschieden. Um allen Vorschriften gerecht zu werden, müssen wir mit den bootseigenen Stiefeln an Land gehen. Dazu werden alle Passagiere zur Anprobe aufgefordert. Eine dünne, aber wasserdichte Hardshelljacke, bekommt jeder kostenlos von der Reederei als «Bhaltis». Gemäss Einteilung werden wir aufgefordert, uns aufs Expeditionsdeck zu begeben (Treffpunkt für alle schiffsexternen Aktivitäten), wo wir durch eine Desinfektionsschleuse

waten um sicher zu stellen, dass keine Keime ans Festland gelangen. Das Ganze wiederholt sich bei der Rückkehr. Wir werden sicher in die bereitstehenden Schlauchboote geführt – und der Puls schiesst durch die Decke. Mit offenen Augen – und offenem Mund – fahren wir mitten durch die treibenden Eisschollen, vorbei an Eisbergen (mit etwas Glück sonnt sich eine der Robbenarten darauf) und bewundern Pinguinkolonien, welche lautstark auf sich aufmerksam machen. Bevor wir die Kolonie sehen, nehmen wir deren pedantischen Geruch wahr. Wir staunen ob den Esels-, Adeline- und Zügelpinguinen. Tausende Jungvögel werden von den Eltern gehegt, gepflegt und gefüttert. Es ist herzerwärmend diese Vielfalt zu erleben. Wir werden angewiesen, uns den Tieren nicht mehr als auf fünf Meter zu nähern. Das halten wir ein – jedoch kennen die tollpatschig wirkenden Vögel diese Regel nicht. Teilweise müssen wir einige Schritte zurückgehen, damit die Pinguine ihren Weg zum Trampelpfad finden. Oft bleiben die Vögel stehen, drehen sich um die eigene Achse und betrachten uns Bewunderer voller Neugier. Welch Schauspiel. Spontane

Planänderungen gehören bei den Ausflügen dazu – sei es, weil das Eis eine Anlandung unmöglich macht oder der aufziehende Wind eine frühere Weiterfahrt erfordert. Doch genau das macht den Reiz dieses Abenteuers aus. Nirgendwo sonst zeigt sich die Natur so unberechenbar und gleichzeitig so beeindruckend. Dank den nahezu endlosen Sommertagen gibt es auch von Bord aus stets faszinierende Ausblicke zu geniessen.
Auf fast jeder Zodiac-Bootfahrt, bei Anlandungen oder vom Balkon aus beobachten wir Weddellrobben, Krabbenfresser, Seeleoparden oder arktische Seebären – teils liegend sonnend, teils aktiv schwimmend und nach Nahrung suchend. Die Geschicklichkeit dieser neugierigen, säugenden Flossenfüssler beeindruckt uns täglich. Wir beobachten, wie diese Tiere sich oft 50 Zentimeter und mehr aus dem tiefblauen Wasser erheben. Siebenundzwanzig Vogelarten treffen wir unterwegs wie auch schon während der Überfahrt an, darunter den schneeweissen Weissgesicht-Scheidenschnabel.
Ushuaia
Wir fliegen in rund vier Stunden mit einem Airbus A320 von Buenos Aires nach Ushuaia, die argentinische Stadt am Ende der Welt mit gut 80'000 Einwohnern. Der Charterflug wird von HX Expeditions organisiert, ebenso der Transfer und die Übernachtung in Bueons Aires.

Das Gepäck geben wir im Hotel ab und finden es vor unserer Kabine auf dem Schiff wieder. Bravo. Wir werden am Flughafen vom Hotel Arakur Resort & SPA abgeholt. Nach rund 15 Minuten Fahrt kommen wir beim hochgelegenen Hotel mit prächtiger Sicht über die Bucht an. Die privilegierte Lage, innerhalb des Cerro-Alarkén-Naturreservats, kürt das Arakur zu weit mehr als nur einem Luxushotel. Es ist ein Erlebnis, das einen unvergesslichen Eindruck in unserer Erinnerung hinterlässt. Ein Trekking Guide wartet bereits auf uns um den Nationalpark zu erkunden. Wir wandern durch den naturbelassenen Wald hinauf und hinunter. Unsere Blicke schweifen unentwegt durch die prächtige Umgebung. Umgefallene Bäume vermodern und beleben die Schöpfung in einem fortlaufenden Kreislauf. Für den Lunch aus dem Rucksack laufen wir zum Rio Cicco, einem Bachgeflecht, welches sich durch die unberührte, malerische Landschaft schlängelt. Nach dem Ausflug, welcher rund drei Stunden dauert, werden wir direkt zur Mole gefahren, wo die Einschiffung speditiv über die Bühne geht.

Der Carrier
Da zwischen der Schweiz und Buenos Aires kein Direktflug im Angebot vorhanden ist, sind wir mit Iberia, der spanischen Fluggesellschaft, eine Partnerschaft eingegangen. Diese transportiert uns von Zürich via Madrid nach Buenos Aires. Der Kontinentalflug zur spanischen Hauptstadt dauert knapp drei Stunden. Das Platzangebot der Business Class des A320 ist leider sehr knapp. Mit 182cm berühren meine Knie den Sitz vor mir. Der Mittelsitz bleibt zum Glück frei. Somit ist ausreichend Schulterfreiheit gewährt. In der heutigen Zeit wäre zumindest mehr Beinfreiheit nicht nur wünschenswert, sondern ein Muss. Der Service an Bord ist speditiv und das Personal freundlich. Die Lounge in Madrid ist nicht spektakulär aber sauber und bequem. Der Flug nach Argentinien dauert knapp 13 Stunden. Hier ist ein bequemer Sitz Voraussetzung. Der Airbus A350 ist zwar schon in die Jahre gekommen, aber die Sitze sind von hervorragender Qualität. Die Schulterbreite ist gerade ausreichend, die Beinfreiheit sehr gut – nicht aber der Raum für die Füsse, welcher eher knapp bemessen ist. Die Bordunterhaltung bietet einiges. Spiele samt Controller, vielseitige Musik und Fluginformationen stehen auf Abruf bereit. Leider können wir die Filme nicht nach Sprache sortieren. Das Essen an Bord ist gut, die «Flight Attendants» sind freundlich und zuvorkommend. Der Stuhl kann in eine 180 Grad Stellung gebracht werden, welche zum Nickerchen einlädt. Dank des Boardings durch ein eigenes Fingerdock für die vordere Kabine sitzen schon alle Passagiere der Business Class, wenn der Rest der Fluggäste zum Platz geführt wird. Obwohl mit WLAN an Bord geworben wird, ist dieses auf die sozialen Netzwerke beschränkt. Wir können entsprechend nur WhatsApp nutzen. Die Fernbedienung für die Sitzverstellung ist so angebracht, dass wir beim Liegen immer wieder ungewollt den Sitz verstellen. Auf dem Rückflug wartet eine brandneue A350-900 auf uns.
Wir sind vorgängig informiert worden, dass das WLAN auf dem Rückflug leider nicht zur Verfügung steht. Die Sitze sind immer noch sehr eng, zu Gunsten von mehr Passagieren in der Business Class. Ich hatte das Pech, dass meine Sitzverstellung während dem Flug ausgefallen ist. So verbrachte ich den Rückflug in einer mehrheitlich unbequemen Stellung. Die Flugbegleiterinnen haben erfolglos alles versucht, um den Sitz wieder «flott» zu machen. Positiv überraschen konnte uns zum einen die Lounge in Buenos Aires, welche von American Airlines betrieben wird. Perfekte Sauberkeit, bestes Essen und Getränke, emsige Mitarbeiter und freundliches Ambiente erhalten von uns Bestnoten. Zum anderen die Iberia Arrival Lounge in Madrid, wo wir uns nach einem langen Flug duschen und umziehen konnten ausgezeichnet. Auch hier ist alles sehr gut organisiert.
Iberia fliegt seit fast 98 Jahren von Spanien aus mit dem Ziel, Gefühl zu schaffen und Menschen mit der Welt zu verbinden. Sie ist die führende Fluggesellschaft für Verbindungen zwischen Europa und Lateinamerika und bietet dort Direktflüge zu 18 Zielen in 16 Ländern an. Zusammen mit Iberia Express und Iberia Regional Air Nostrum verfügt Iberia über eine Flotte von 165 Flugzeugen und bedient von ihrem Drehkreuz am Flughafen Madrid aus 143 Reiseziele in 48 Ländern weltweit. Während der letzten zehn Jahren zählt Iberia durchgängig zu den pünktlichsten Airlines in Europa und weltweit – was wir für unsere vier Flüge gerne bestätigen.
Fotografie

Mit einem guten Fotohandy sind viele beeindruckende Bilder möglich. Seit Jahren fotografiere ich mit Micro Four Thirds (MFT) aus dem Hause Panasonic. Davon besitze ich Objektive von 12 – 400mm, das entspricht bei Vollformat 24 – 800mm. Die Objektive, wie auch die Kamera sind entsprechend kleiner und leichter. Das Modell Lumix GH7 begleitet mich auf der ganzen Reise. 25.2 MP BSI CMOS-Sensor mit hoher Auflösung und schneller Reaktion, dazu ein erhöhter Dynamikbereich von 13+ Blendenstufen mit feiner Abstufung für perfekte Belichtung. Autofokus PDAF (Phase Detection Auto-Focus) für schnelle, hochpräzise AF-Leistung und neu hinzugefügter Echtzeit-Erkennungs-AF für Flugzeuge und Züge (habe ich natürlich nicht angewendet). Die verbesserte Bildstabilisierungstechnologie hilft nicht nur im Videomodus. Ich habe rund 2000 Fotos im Apple ProRes RAW Modus geschossen. Fast alle Bilder im Artikel stammen aus dieser Kombination.
Buenos Aires
Die Hauptstadt von Argentinien hat über 3 Millionen Einwohner. Zusammen mit der direkten Agglomeration kommen 15'500'000 zusammen. Wow. Die Stadt ist in 48 Distrikte unterteilt, welche irgendwie nicht richtig zusammenpassen wollen. Gut 120 Parkanlagen sorgen dafür, dass die Stadt wörtlich «Gute Luft» genannt wird. Im Januar herrscht Hochsommer. Wir messen bis zu 37 Grad. Eine verlockende Möglichkeit, der Kälte in Europa zu entfliehen.
Wir empfehlen ganz klar, Buenos Aires zu erkunden und nutzen dazu die lokalen, fachkundigen Büros, deren Internetseiten wir am Schluss des Artikels aufgeführt haben, um die wichtigsten und eindrücklichsten Quartiere der Stadt kennen zu lernen. Die Organisationen holen uns jeweils mit einem passenden Kleinbus oder PKW samt Chauffeur und Guide im Hotel ab. Die Fahrzeuge sind bequem und klimatisiert. Kaltes Wasser aus der Flasche wird im Fahrzeug angeboten. Es ist ein enormer Vorteil, die Stadt auf diese Weise zu erkunden: Sobald wir das Auto verlassen, wartet der Fahrer darauf, dass der Guide ihn an die Stelle ruft, wo wir nach dem Erforschen der Umgebung aufgenommen werden möchten. Echt cool und eine wirkliche Erleichterung. Wir logieren im Hilton im angesagten Viertel «Porto Madera», am Ufer des Rios de la Plata. Das Hafengebiet wurde wiederbelebt.
Die Backsteinhäuser umgestaltet. In den angrenzenden Steakhäusern kommen Touristen und Geschäftsleute zusammen. Die elegante Hängebrücke Puente de la Mujer (Frauenbrücke) überspannt das Hafenbecken und führt direkt zum Schiffsmuseum Presidente Sarmiento. Abends werden wir zum Rojo Tango Dinner geführt. Dort erwartet uns ein Spektakel im Hotel Faena. Nach einem ausgezeichneten Essen an kleinen Bistrotischen bewundern wir abwechslungsreiche Tangokünste, Gesang und Showacts von Künstlern jeglichen Alters. Wir sind überwältigt. Das vorwiegend junge Service-Personal ist fleissig und bemüht, es allen Gästen recht zu machen. Dieses Erlebnis ist ein Muss. Im Stadtteil «Constitution» reisen wir in die Vergangenheit. Das Museum «Zanjon de

Granandos» führt uns in die ältesten, mystischen Tunnels der Stadt. Das vollständig erneuerte, mit architektonischen Raffinessen, ausgestattete Haus, zieht uns vollständig in den Bann. Die private Führung zeigt uns tiefe Einblicke in die Erstehungszeit, Nutzung und die Inspiration des Besitzers, welcher sein Herzblut und Wissen sowie Jahrzehnte in das Projekt gesteckt hat um es Besuchern zu ermöglichen, zu erkennen, wie die einst stinkenden Kanäle unter der Stadt verlaufen sind. Heute erachten wir dieses Erlebnis als das Eindrücklichste der ganzen Stadt. Wir besuchen «San Telmo», einen der ältesten Stadtteile von Buenos Aires mit klarem Einfluss der Kolonialarchitektur. Viele Geschäfte mit Spezialitäten der Region treffen wir an. Der Stadtteil «Monserrat», im Osten gelegen, reicht bis zur Gründung der Hauptstadt ins Jahr 1583 zurück. Der Paseo Colon, die Plaza de Mayo und der Sitz des Argentinischen Präsidenten, Casa Rosada – in diesem Viertel liegt das politische Zentrum. Der Palacio Barolo birgt 22 Stockwerke, welche im Einklang mit der Göttlichen Komödie von Dante Alighieris erschaffen wurde. Drei Sektionen repräsentieren Hölle, Fegefeuer und Himmel. Die Höhe von 100 Metern entsprechen den 100 Gesängen. Brilliant. Das berühmte Café Toroni befindet sich auch hier. Im Norden der Stadt liegt «Recoleta». In diesem Viertel entdecken wir Eleganz, teure Wohn- und Geschäftsviertel und mit dem Friedhof la Recoleta, der Ruhestätte von Eva Peron, ein architektonisches Wunderwerk von geheimnisvollen Grabstätten.

Ebenfalls besichtigen wir das defekte Monument Floralis Generica, eine riesige Metallblume. Einst öffnete sie sich bei Sonnenaufgang und hat sich bei Sonnenuntergang wieder geschlossen – bis ein Sturm den Mechanismus ausser Kraft gesetzt hat. Heute ist die «Blüte» offen, was aber deren Charme nichts anhaben konnte. «La Boca», der wohl bekannteste Stadtteil der Hauptstadt, liegt im Osten. Ein aufregendes, buntes Gebiet voller Touristen im Zentrum des Fussballs der argentinischen Stadt ist durch die Italienischen Einwanderer entstanden. Der Fussballclub Boca Juniors steht Pate für unendlich viele, bemalte Häuser in den Clubfarben gelb und blau. Abends sollte man sich bewusst sein, als Tourist nicht mehr gefahrlos durch die Gassen spazieren zu können.
An der Avenida Corrientes liegt die Gelateria Cadore Gelato. Diese wurde 1957 von der Familie Olivotti, aus dem Norden Italiens stammend, gegründet. Unzählige Auszeichnungen küren die Eisdiele zu einer der Besten der Welt. Wir haben Glück und müssen nur rund fünf Minuten anstehen. Die Auswahl an leckerem Eis ist ausgewogen. Die Sorten – wir verkosten sowohl Dulce di Leche und Sabayon, als auch Limonada und Crema Chai – schmecken delikat, erfrischend und würzig zugleich, teilweise sehr süss. Der Gewürz- und
Teeladen El Gato Negro, nur wenige Meter entfernt, lockt uns vom Schaufenster ins Innere. Seit 95 Jahren bringen die Eigner Aromen und Geschmäcker orientalischer Gewürze und Tees in die ihre Heimat, welche in Indien, Ceylon und Indonesien heimisch sind. «Palermo» heisst das letzte Viertel, über welches wir berichten. Der Plaza Serrano im Herzen von Palermo ist die Wiege der Schriftsteller und Künstler. Bohemian Chic. Fast alle Botschaften sind ebenfalls in diesem teils pittoresken und grössten Quartier zu finden. Das Abendessen nehmen wir im angesagten Fervor ein. Sowohl Fleisch als auch Meeresfrüchte sind perfekt zubereitet. Das Personal ist aufmerksam, freundlich und hilfsbereit. Alle Tische sind besetzt, was eine Reservation bedingt. Das Taxi bringt uns in rund 15 Minuten ins Hotel, Kostenpunkt: keine 15 Euro. Je nach erforschtem Stadtteil erleben wir die Vielseitigkeit der Hauptstadt in jedem Quartier anders.

Die erholsame Bootstour am Delta des Rio Parana, als Postprogramm bei HX zu buchen, können wir nur sehr beschränkt empfehlen. Die Busfahrt ist schlecht organisiert und wir erleben keine 4-stündige Bootsfahrt auf dem Fluss, wie von der Reederei beschrieben, sondern sind nur eine Stunde im wunderbaren Tigre Delta unterwegs – jedoch vier Stunden im Bus. Das riesige Boot war bei unserem Eintreffen bereits zu ¾ besetzt und hatte keine Aussenplätze. Wir empfehlen, diese Tour bei einer der aufgeführten Agenturen zu buchen oder die Anreise und Flussfahrt individuell zu gestalten. Denn die Taxikosten sind gering, der Zug fährt unmittelbar neben dem Hotel ab oder man tut sich mit anderen Gästen zusammen. Vor Ort liegen unzählige Boote in jeder

Grösse im Wasser: kleine für zwei Passagiere, mittlere und grosse, offene oder geschlossene – ganz nach Wunsch der Reisenden. So können unsere Leser das Gebiet, welches sich über rund 14’000 Quadratkilometer erstreckt und Tausende kleiner Inseln beinhaltet, auf eigene Faust erkunden. Das Delta verläuft durch den subtropischen
Regenwald, in dem der argentinische Nationalbaum «Ceibo» mit seinen herrlichen Blüten einen weitverbreiteten Anblick bietet. Unzählige bewohnte und unbewohnte Inseln ziehen an uns vorbei. Welche ein Abenteuer – als Abschluss unserer Reise ans Ende der Welt.


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